Die interstitielle Nephritis ist eine entzündliche Erkrankung der Nieren, wobei vorwiegend das Interstitium und die Tubuli betroffen sind. Eine interstitielle Nephritis kann durch zahlreiche Noxen und Erkrankungen verursacht werden. Es gibt z. B. toxische interstitielle Nephritiden, z. B. nach Einsatz bestimmter Medikamente wie Aminoglykosiden, Polymyxin B, Cephalothin. Pharmaka, die eine interstitielle Nephritis auslösen, können auch Methicillin, Ampicillin, Diuretika, nichtsteroidale Antirheumatika, Allupurinol oder Cimetiden sein. Auch Infektionen durch Bakterien, Viren oder Parasiten sowie Protozonen können eine interstitielle Nephritis auslösen. Elektrolytstörungen wie eine Hyperkalziämie, eine Hypokaliämie oder eine Uratnephropathie können Ursachen einer interstitiellen Nephritis sein.  Auch systemische Erkrankungen, z. B. eine Sarkoidose kann eine interstitielle Nephritis bedingen. Ebenso können auch radioaktive Strahlen eine interstitielle Nephritis auslösen. Wichtiges Symptom einer akuten interstitiellen Nephritis sind z. B. eine metabolische Azidose, eine tubuläre Proteinurie oder ein Fanconi-Syndrom. Auch eine Hyperkalziämie kann aus einer interstitiellen Nephritis resultieren. Es kann zu einem eingeschränkten Konzentrationsvermögen des Harns kommen. Falls die Glomeruli sekundär betroffen sind kommt es zu GFR-Verlust, arterielle Hypertonie und Proteinurie. Bei allergischer Genese kann im Blut eine Eosinophilie oder auch eine Erhöhung des IgE vorliegen. Die fraktionelle Natrium-Exkretion liegt für gewöhnlich über einem Prozent. Histologisch finden sich interstitielle Infiltrate, bestehend aus Lymphozyten, Plasmazellen und Eosinophilen. Therapeutisch kommt neben einer Beseitigung der auslösenden Faktoren ggf. eine Kortison-Therapie in Frage, z. B. Prednison 1 mg pro kg/Körpergewicht über 14-Tage. Es gibt Daten, das Prednison den Krankheitsverlauf abkürzen kann. Ein akutes Nierenversagen sollte entsprechend therapiert werden, ggf. falls erforderlich durch Dialyse. Die Prognose der akuten interstitiellen Nephritis ist gut, es kann zu einer Normalisierung der Nierenfunktion meist in Wochen bis Monaten kommen. Die chronische interstitielle Nephritis führt auf Dauer zu  Tubulusatrophien, Infiltration von Makrophagen und Lymphozyten sowie zur interstitiellen Fibrose. Formen der chronischen interstitiellen Nephritis sind z. B. die Analgetika-Nephropathie, eine Sichelzellennephropathie, eine Nephropathie durch chinesische Kräuter (Chinese herbs), die Balkan-Nephropathie, eine Lithiumtherapie, eine Vergiftung durch Schwermetalle wie Blei, Kadmium und Arsen, ein vesikoureteraler Reflux, schwere Elektrolytstörungen wie eine Hypokälziämie oder eine Hyperkalziämie, eine chronische Uratnephropathie, ein systemischer Lupus erythematodes oder eine Sarkoidose. Typisch sind ein langsam progredienter Kreatininanstieg, ggf. eine Eosinophilie oder IgE-Erhöhung. Selten liegt eine renal-tubuläre Azidose Typ 1 oder Typ 2 vor. Eine Analgetika-Nephropathie ist meist toxisch bedingt. In Deutschland sind etwa 5 % der Dialysepatienten durch Analgetika dialysepflichtig geworden. Es kommt auf die kumulative Dosis der Schmerzmittel an, Faustregel ist die Einnahme von mindestens 5.000 Tabletten in fünf Jahren. Mischanalgetika sind toxischer als Monoanalegtika. Es kommt zur chronisch-interstitiellen Nephritis und auch zu Papillennekrosen. Vermehrt bestehen gastrointestinale Ulcera. Die Gefahr eines Nierenkarzinoms ist erheblich erhöht, ebenso die Gefahr eines Ureter-Karzinoms und eines Blasenkarzinoms. Frauen sind häufiger als Männer betroffen.